Die Macht der Gewohnheit

Hui, heute habe ich mir ein sehr intensives Thema ausgesucht, auch darum, weil ich in den letzten Wochen immer wieder damit konfrontiert wurde.

Die Macht der Gewohnheit-(en) zeigt sich zur Zeit in fast allen Lebensbereichen, und ich habe das Gefühl, dass das nicht nur bei mir so ist. Die Zeit ist reif, sich von alten Mustern zu lösen, indem sie ganz bewusst hinterfragt werden, anstatt sie, wie in einer Endlosschleife, immer und immer zu wiederholen.

 

Es gibt Gewohnheiten, die uns dienlich sind und unser Leben erleichtern. Dazu gehören z. B. Tätigkeiten im Haushalt, bei denen es sinnvoll ist, sie auf eine bestimmte Art und Weise aus-zuführen, oder auch das Autofahren oder manche Abläufe im Beruf. Wenn wir jedesmal neu darüber nachdenken müssten, wie wir das Auto starten und dann den ersten Gang einlegen, wäre das wirklich sehr mühsam. Das sind einfach Abläufe und Vorgänge, die uns "in Fleisch und Blut übergegangen sind" und die automatisch ablaufen. Natürlich ist es uns dienlich, auch solche automatischen Abläufe bewusst und mit Achtsamkeit auszuführen, aber das ist heute nicht das Thema.

Heute geht um gewohnheitsmäßige Handlungen, die nicht der Vereinfachung unseres Lebens dienen, sondern uns belasten oder uns schlimmstenfalls sogar schaden.

Damit meine ich den gewohnheitsmäßigen Griff zur Zigarette (oder einem anderen Suchtmittel), zu wissen, dass uns manche Nahrungsmittel nicht gut bekommen, wir sie aber aus Gewohn-heit dennoch essen, oder auch nicht materielle Gewohnheiten wie (zuviel) Fernsehen. Wenn wir einfach Dinge tun, bei denen uns unser Gefühl schon sagt, dass sie uns nicht gut tun und auch nicht (mehr) stimmig sind. Wir führen sie unreflektiert und wie unter Zwang aus und haben das Gefühl, dass uns etwas Wichtiges fehlen oder uns etwas entgehen würde, wenn wir sie unterlassen.

Gerade beim Essen mache ich zur Zeit die Erfahrung, wie be-stimmte Genussmittel entweder noch mit schönen Erinnerun-gen oder auch mit belastenden Emotionen verknüpft sind.

Bevor ich darauf näher eingehe, möchte ich erklären, was für mich der Unterschied zwischen emotionsgesteuertem Verhalten und einem Muster oder einer Gewohnheit ist.

Der Unterschied ist gefühlt sehr subtil, weil auch Gewohnheiten mit starken Emotionen und heftigem Verlangen einhergehen können. Während angestaute Emotionen aus heiterem Himmel auftauchen können (Ich habe schon oft darüber geschrieben, dass sich eingespeicherte Emotionen gerade dann zeigen kön-nen, wenn es uns besonders gut geht und wir entspannt sind, aber auch durch eine bestimmte Situation ausgelöst werden können.), ist das bei Gewohnheiten anders. Sie fühlen sich ähn-lich an, brauchen aber meistens keinen bestimmten Auslöser, damit das Muster zu laufen beginnt.

Auch sind Gewohnheiten für mich eher auf der mentalen Ebene angesiedelt und mit bestimmten Vorstellungen und Handlun-gen verknüpft, während emotionale Belastungen mehr im Ge-fühlsbereich liegen.
Ein typisches Beispiel dafür wäre die Zigarette nach dem Essen. Unabhängig davon, ob das Essen sehr gut, sehr schlecht oder irgendwo dazwischen war, das Ritual beginnt automatisch ab-zulaufen.

Das geschieht so lange, bis wir beginnen diese Handlungsweise bewusst zu hinterfragen und uns fragen, ob wir das jetzt auch wirklich wollen. Die Macht der Gewohnheit kann sehr, sehr stark sein, dennoch hat sie nur die Macht, die wir ihr (durch unsere Unbewusstheit) geben.

Um Gewohnheiten zu verändern, braucht es unseren Willen und auch unsere Bereitschaft, uns mit den oft heftigen Widerstän-den auseinanderzusetzen, die auftreten können, sobald das Muster/die Handlungsweise hinterfragt wird.

Um belastende Emotionen zu erlösen, genügt unser Bereitschaft sie zu fühlen.
Sobald wir damit beginnen eine Gewohnheit zu hinterfragen, wird ein Sturm der Entrüstung in uns ausbrechen und unser Verstand in den Alarmmodus versetzt. Unser Verstand ist auf Genuss und Schmerzvermeidung ausgerichtet und kann regel-recht ausflippen, wenn wir nur daran denken, auf ein Genuss-mittel oder eine Handlungsweise, die (kurzfristig) Spaß bringt, zu verzichten.

Auf der Ebene des Ego beginnen wir einen Kampf gegen uns selbst, den wir nur schwer gewinnen können. Auch wenn es uns mit einem starken Willen und eiserner Disziplin gelingt für einige Zeit aus dem undienlichen Muster auszusteigen, ist die Wahrscheinlichkeit für einen Rückfall in die alte Gewohnheit
sehr hoch. Je öfter wir versuchen eine Gewohnheit zu verändern und damit scheitern (Ich denke, jeder Mensch, der schon einmal eine Diät ausprobiert hat oder mit dem Rauchen aufhören woll-te, weiß, wie sich das anfühlt.), desto schwieriger gestaltet es sich, einen neuen Anlauf zu versuchen. Zu sehr fürchten wir die heftigen Emotionen, die auftreten können, diese Angst vor Ver-zicht und gleichzeitig die Angst vor einem neuerlichen Schei-tern, dass es schon deshalb schwierig ist, sich für einen neuen Versuch zu motivieren.

Solange wir auf der Ebene des Ego so gegen uns selbst kämpfen, ist es auch wirklich schwierig den Kampf zu gewinnen.

Wer sollte auch gewinnen? Ich oder Ich?

Der Weg über das Bewusstsein, der meiner Erfahrung nach der einzig wirklich erfolgversprechende ist, erscheint auf den ersten Blick nicht sehr attraktiv.
Da geht es nicht schnell und es gibt auch keine 'Erfolgsgarantie' darauf, die manche Hersteller von Diätprodukten oder Raucher-pflastern im Internet gerne anpreisen. Das können sie auch leicht, denn wer will schon der 'Einzige' sein, bei dem das Pro-dukt nicht funktioniert, wenn so viele 'Andere' angeblich so tolle Erfolge damit haben? Das nur am Rande.

Der Weg über das Bewusstsein ist der Weg der Widerstands-losigkeit. Wir lassen jeglichen Widerstand GEGEN DIE GEWOHNHEIT los und begeben uns in die Position des Beo-bachters. Allein das kann Jahre dauern.

Muss es natürlich nicht, das hängt davon ab, wie oft im Leben das Muster wiederholt wurde und wie viele schmerzliche Emo-tionen der Angst, des Scheiterns und der Scham damit verbun-den sind. Diese dürfen gefühlt werden, solange, bis wir uns neutral bei der Handlungsweise beobachten können: ohne Verurteilung, ohne Schuldgefühle oder dem Vorsatz "Nur noch dieses eine Mal, ab morgen mache ich es besser."

Ich glaube, du weißt, was ich meine.

Das ist der erste und, ich würde sagen, auch der schwerste Schritt. Meiner Erfahrung nach dauert er auch am längsten, und es gibt keine Garantie dafür, wann er beendet ist. Das kann in relativ kurzer Zeit sein (Die neue Energie ist da wirklich seeehr unterstützend, wenn du mit der aufrichtigen Absicht ans Werk gehst), es kann ein paar Monate oder Jahre dauern oder auch erst im nächsten Leben realisiert werden, wenn noch Erfahrungen mit dem Thema anstehen.
Bist du ihn aber gegangen, hast du den schwersten Teil hinter dir! Du bist aus dem Ego (der Bewertung und Verurteilung) aus-gestiegen und im Bewusstsein (neutraler Beobachter) angekom-men. Du hast die Ketten der Gewohnheit, das, was dich bis jetzt an sie gebunden hat, gesprengt. Jetzt kannst du klar und ohne Anhaftung entscheiden, ob du dieses Verhalten weiterhin aus-üben willst oder nicht. In dieser Phase wird der Verstand dein Verbündeter, mit dem du  das 'Für und Wider' neutral abwägen kannst. "Wenn ich diese Mehlspeise jetzt esse, schmeckt sie wirklich sehr gut und der Zuckerkick gibt mir ein Hochgefühl. Dieser Genuss dauert etwa 15 Minuten und eine Stunde danach fühle ich mich schwer, wahrscheinlich wird mir unwohl und die Gier nach mehr Zucker,  wenn der Blutzuckerspiegel abfällt, fühlt sich gar nicht gut an. Will ich das jetzt wirklich und ist es das wert?" Das sind so meine Überlegungen :-).
Neutral abwägen kannst du aber erst, wenn du dich aus der emotionalen Abhängigkeit gelöst hast und dich von der Gewohnheit nicht mehr vereinnahmen lässt.

Du bist nicht mehr in deinem Ego bzw. einer gewohnheits-mäßigen Handlung gefangen, sondern kannst frei wählen.

Das heißt nicht, dass du dich dann immer für den dienlicheren Weg entscheidest, aber du HAST eine Wahl, die du vorher im Wirrwarr deiner Emotionen, Begierden und Süchte nicht hattest.

So wie ich es erlebe, wirst du die Erfahrung dann noch ein paar Mal machen, aber bei klarem Bewusstsein. Du entscheidest dich für die Gewohnheit und nimmst bewusst die Konsequenzen in Kauf. Das ist auch völlig in Ordnung so.

Kommen wieder Verurteilungen ("Warum bin ich so blöd?", "Ich sollte es doch besser wissen!") oder Emotionen (Ängste, Schuld-gefühle), schaust du sie dir an. So machst du weiter, bis DAS VERLANGEN nach der Gewohnheit immer mehr schwindet, bis es dich keine Überwindung mehr kostet darauf zu verzichten, sondern du die EINSICHT gewonnen hast, dass der Verzicht ein Gewinn ist und du dein langfristiges Wohlbefinden einer kurzen Befriedigung deiner Gewohnheit (Gier, Sucht) vorziehst - und das alles komplett unaufgeregt, ohne Druck, Zwang und Über-windung, sondern einfach klar und bewusst.

Je mehr Gewohnheiten du auf diese Weise löst, desto klarer, ein-facher und freier wird dein Leben. Du kommst immer mehr zu dir, in deine Mitte, in das Bewusst-Sein, das du in Wahrheit bist. Und entscheidest du dich einmal wieder für deine Gewohnheit, dann feiere sie, genieße sie und liebe dich dafür.
Das Leben ist eine Reise, die nie endet. Wir sind nie 'fertig'.

Es gibt nur unterschiedliche Erfahrungsebenen, aber nicht wirklich etwas Neues. Neu kann nur dein Blick, deine Perspek-tive, auf dich, dein (Er-)Leben und deine Gewohnheiten sein,

bis es dir zur Gewohnheit wird, deine Gewohnheiten zu hinter-fragen :-).

Dann spielst du das Spiel bewusst und das kann richtig Spaß machen!

Wenn du nach einer neuen Perspektive suchst, nach einer liebevollen und heilsamen Sichtweise auf dich und dein Leben und du die Schatten deiner Vergangenheit im Licht deines ge-genwärtigen Bewusstseins transformieren möchtest, könnten meine Bücher dich dabei liebevoll begleiten.

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Ich wünsche dir viel Freude damit!