Ohne Anhaftung kein Leid

Je tiefer du in dein wahres Sein, deine wahre Natur, eintauchst, desto mehr wirst du feststellen, wie paradox das Leben doch ist. Nichts ist das, was es auf den ersten Blick zu sein scheint, und je mehr du dich von den unterschiedlichen Eindrücken der äusseren Welt vereinnamen lässt, umso stärker verfängst du dich in Anhaftungen an Dingen, die sich immer wieder wandeln. Du suchst nach Erfüllung im Konsum dieser Dinge und wirst nach einiger Zeit enttäuscht feststellen, dass sie vergänglich sind und dir daher keine dauerhafte Befriedigung und kein dauerhaftes Glück schenken können.

Vielleicht machst du auch die Erfahrung, dass das so sehr Er-sehnte dir zweimal Leid verursacht. Das erste Mal, weil du da-ran anhaftest, es unbedingt haben möchtest und unter der Vor-stellung leidest, dass du es vielleicht nicht bekommen könntest. Du fühlst Angst, ein heftiges Verlangen, Sehnsucht danach und leidest darunter. Dann bekommst du es endlich und stellst mög-licherweise fest, dass es gar nicht so toll ist, wie du geglaubt hast oder es befriedigt dich für einige Zeit und dann geht es vorbei, du 'verlierst' es wieder, weil sich die Umstände wandeln.

Das klingt sehr theoretisch, und deshalb möchte ich dir ein konkretes Beispiel dafür geben, was ich meine. Du kannst über diese Gedanken meditieren und prüfen, ob sie für dich wahr sind, ob du das in deinem Leben auch schon erlebt hast.

 

Anlass für diesen Beitrag war eine Überschrift in einer Zeitung, die so, oder ähnlich, lautete: "Hurra, die Grenzen werden geöffnet und unser Sommerurlaub ist gerettet!"

Ich habe eine Weile darüber reflektiert und versucht mich hineinzufühlen, wie es zur Zeit wohl Menschen geht, die glau-ben, nur dann glücklich sein zu können, wenn der alljährliche Sommerurlaub am Meer stattfinden kann. Nur dann ist es gut, sonst nicht. Alles andere ist eine 'Katastrophe'.

Ich fühlte die Sehnsucht, dieses Bangen zwischen der Angst, dass es doch nicht geht und der Hoffnung, dass es irgendwie möglich sein wird, und ließ mich ganz bewusst auf diese Ge-fühle ein. Es fühlte sich interessant an, diesen emotionalen Cocktail wahrzunehmen und bewusst zu betrachten.

Mit der Anhaftung beginnt das Leiden, das nie endet, ganz egal ob du jetzt bekommst, was du willst, oder nicht. Entweder du leidest, weil du es nicht bekommst oder du leidest, weil du es bekommst und es dir dann wieder genommen wird, weil alle
Erscheinungen in der äußeren Welt vergänglich sind.

Also verursachen nicht die Umstände das Leiden, sondern 'nur' die Anhaftung an einer bestimmten Idee, einer bestimmten Vorstellung von gut oder schlecht, richtig oder falsch. Nur wenn das Leben sich so zeigt, ist es gut, wenn es anders kommt, ist es schlecht.

Ich habe schon öfters über dieses Anhaften an bestimmten Vor-stellungen geschrieben, aber so deutlich wie in dieser Zeit ist es mir selbst auch noch nicht bewusst geworden. Diese Zeit zeigt uns genau wo wir stehen, wo wir unsere Schwachstellen haben. All die ungefühlten Ängste, Aggressionen, Gefühle von Ohn-macht und Kleinheit kommen in dieser besonderen Zeit ans Licht.

Ist das gut oder schlecht?

Ist diese Zeit gut oder schlecht?

Für mich ist es allein eine Frage der Perspektive:

Schaue ich auf das, was mir in dieser Zeit scheinbar genommen wurde/wird? Dass ich nicht ins Kino oder essen gehen kann, dass ich vielleicht meinen Urlaub heuer nicht am Meer verbrin-gen kann, dass ich nicht planen kann und nicht genau weiß, was in 2 Wochen oder 2 Monaten (über Jahre schreibe ich gar nicht) sein wird?

Was macht das mit mir, welche Gefühle löst das in mir aus?

Und wie gehe ich mit diesen Gefühlen um?

Suche ich nach einem 'Schuldigen' (die Regierung, Bill Gates
oder eine andere Instanz im Außen), auf die ich meine Gefühle von Angst, Wut und Ärger projiziere?

Oder halte ich inne und fühle was sich zeigt erst einmal in mir selbst?

Mit dem Thema "Nur Fühlen oder in die Handlung gehen" werde ich mich im nächsten Beitrag beschäftigen, das wäre für dieses Mal zu umfangreich. Es ist aber auch ganz stark im Feld präsent.

Heute bleibe ich bei der Anhaftung und dem Leid, das wir uns selbst damit verursachen. Wenn ich Anhaftung schreibe, meine ich damit etwas unbedingt zu wollen oder nicht zu wollen. Beides verursacht Leid.

Schauen wir hier gleich mal über den Tellerrand, können wir erkennen, dass wir alles SIND. Dann sehen wir auch, dass es nicht möglich ist etwas NICHT zu sein. Und wenn du es BIST, kannst du es nicht HABEN oder NICHT haben, weil du es bist.

Du bist das Bewusstsein, das alles in sich trägt. Es gibt nichts außerhalb dieses Bewusstseins (das du bist). Also bist du beides: das, was du willst, von dem du glaubst, dass du es nicht hast, dass es dir 'fehlt' und auch das, was du nicht willst.

Spannend, das ganze einmal aus dieser Perspektive zu betrachten, nicht wahr?

Spinnen wir diesen Gedanken weiter, dann sehen wir, dass nur unsere Vorstellungen, unsere Gedanken von "haben wollen oder nicht haben wollen", das Leid erzeugen.

Begeben wir uns in unsere wahre Natur, jenseits der Gedan-ken und Vorstellungen, werden wir immer feststellen, dass alles in uns selbst vorhanden ist.

Du willst nicht deshalb ans Meer fahren, weil das Autofahren oder Fliegen dorthin so toll ist. Das ist doch eher stressig und anstrengend. Du willst die GEFÜHLE haben, die du mit der Vorstellung von Meer, Sommerwind und lauen Nächten mit Grillenzirpen verbindest.

Ich lade dich jetzt ein, deine Augen zu schließen und dich dieser Vorstellung ganz hinzugeben.

Was fühlst du?

Und fühlst du es irgendwo außerhalb von dir oder in dir, in deinem Körper?

Wenn du etwas einmal erlebt hast, kannst du das entsprechende Gefühl jederzeit wieder abrufen. Weil es in dir ist, so wie alles in dir ist. Alles andere sind nur Vorstellungen, die uns daran hin-dern das zu erkennen und zu fühlen. Das ist wahre Freiheit, die an keine Grenzen gebunden ist. Nicht an physische (Länder-) Grenzen und auch nicht an die Grenzen deines Verstandes.

Du bist das alles schon, und alles andere ist nur eine Illusion.
Damit meine ich nicht, dass es nicht schön ist ans Meer zu fah-ren, ins Kino oder Essen zu gehen. Das Leben ist so bunt und wunderbar, und wir sind da, um es zu genießen. Dafür haben wir uns unseren physischen Körper und diese schöne Welt kreiert. Ein Bewusstsein, das mit sich selbst spielt.

Erst die Anhaftung an einen Genuss oder die Ablehnung von etwas, das bereits existiert (das wir bereits erschaffen haben), erzeugt das Leid.

Wenn du das erkennst, bist du frei.

Seit meinem Lichtnahrungsprozess habe ich das Lösen von Anhaftungen immer und immer wieder üben dürfen. Ich spürte all die Widerstände dagegen Gewohnheiten zu verän-dern, auf frühere Lieblingsspeisen zu verzichten, weil sie mein Körper nicht mehr mochte. Ich spürte all die Emotionen, die daran hingen, diese totale Anhaftung und das damit verbunde-ne Leid.

Nicht der Verzicht darauf verursachte das Leid, sondern die Vor-stellung, dass mir "etwas fehlt", dass ich die Pizza, den Kuchen, oder was auch immer, brauche, um mich gut zu fühlen und glücklich zu sein. Es war spannend, diesen Neid und dieses übermäßige Verlangen danach in mir zu spüren, wenn mein Mann diese leckeren Dinge problemlos essen konnte.

Manchmal habe ich es einfach gefühlt, manchmal habe ich es dann auch gegessen, war mir aber der Konsequenzen (Unwohl-sein) bewusst.

Heute weiß ich, dass bewusster Verzicht ein großer Gewinn sein kann. Das Leben wird immer freier, je mehr wir uns von An-haftungen jeglicher Art lösen.

Je mehr ich in dieses Bewusstsein eingetaucht bin, desto öfter habe ich festgestellt, dass ich das vorher so heißbegehrte Pro-dukt (in diesem Fall ein bestimmte Speise), gar nicht mehr will, weil ich die Emotion dazu gelöst habe und mir ein Gefühl von Genuss und Erfüllung auch anders bescheren kann, als durch den Konsum meiner ehemaligen Lieblingsspeise (nicht immer, aber immer öfter :-) ).

Dieses Üben des Lösens von Anhaftungen hat mich sehr wirkungsvoll auf diese spezielle Zeit vorbereitet. Mir ist bis jetzt nichts abgegangen und ich lebe mein Leben (für mich) ganz normal weiter. Ich freue mich über das was ist und komme immer mehr im gegenwärtigen Moment an, im Hier und Jetzt. Hier ist alles da für mich, was ich jetzt gerade brauche. Diese Erfahrung führt direkt in ein Gefühl von Liebe und Dankbarkeit, und auch du kannst sie jederzeit machen.

Auch Genuss bekommt eine ganz andere Qualität, wenn er einfach das Sahnehäubchen auf einem von innen heraus glücklichen (Er-)Leben ist, wenn er sein kann und darf, aber nicht sein muss.

Zum Schluss möchte ich dich noch dazu einladen, einmal darüber zu reflektieren, welchen Dingen im Außen du die Macht gegeben hast, über dein Glücklichsein, Deine Freiheit, zu bestimmen. Woran haftest du noch an? Und ist für dich jetzt die Zeit gekommen diese Anhaftungen zu lösen?

Alles Liebe für dich.

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Ich wünsche dir viel Freude damit!