Im Fluss des Lebens

"Du musst nicht immer einen Plan haben.

Manchmal musst Du nur atmen, vertrauen, loslassen und schauen was passiert.“

Ich liebe dieses Zitat von Mandy Hale.

Warum fällt uns das so schwer?

Warum glauben wir immer, alles im Voraus planen zu müssen, damit nur "ja nichts passiert"?

Kann das vielleicht der Grund dafür sein, warum spontane Aktionen oft viel besser, lustiger und interessanter sind als lange geplante Vorhaben?

Wenn ich nachdenke, fallen mir sehr schnell ein paar Dinge ein, die sich spontan in meinem Leben ereignet haben. Das waren zu-fällige Treffen mit Menschen, kurzfristig gebuchte Urlaube
oder wenn ich mich auf einer Radtour oder einer anderen Aktivität einfach vom Leben führen ließ.

Da war die Absicht etwas zu tun, aber wie das genau  vonstat-ten gehen soll, war noch komplett offen. Meistens kam es dann besser, als ich es mir hätte ausdenken können.

 

Bevor du weiterliest, möchte ich dich dazu einladen, an ein paar schöne Erinnerungen aus deinem Leben zu denken.

Wieviele davon waren von langer Hand geplante Ereignisse und wieviele spontane Erfahrungen?

Wenn eine Aktivität, z. B. ein Urlaub, schon Monate im Vor-aus geplant wird, steigt natürlich die Erwartungshaltung enorm.

Es entstehen bestimmte Vor-Stellungen, wie es sein sollte, wie das Hotel, der Strand, das Buffet sein sollte, und wenn etwas dann nicht so ist wie wir es erwarten, sind wir enttäuscht.

Das gleiche betrifft auch Anlässe oder Familientreffen wie Weih-nachten, das ja jetzt vor der Tür steht. Jeder hat bestimmte Er-wartungen wie die Feier sein sollte, vielleicht ganz besonders daran, was auf keinen Fall sein sollte (Meinungsverschiedenhei-ten oder das Essen brennt an), weil dann die tatsächliche Erfah-rung nicht der Vorstellung von einer gelungenen Feier ent-spricht. Damit wird die mögliche Erfahrung schon im Vorfeld eingeschränkt und als fehlerhaft oder schlecht bewertet, wenn sie nicht so ist wie erwartet.

Das müsste aber nicht so sein, wenn wir dem Leben mit mehr Vertrauen und Offenheit begegnen würden und bereit wären, uns einfach das anzuschauen und zu fühlen, was sich in die-sem Moment zeigt.

Schon als Kind konnte ich diese mentalen Konstrukte, diese erwartungsvolle Energie der Menschen spüren. Ich fühlte mich dann wie in einem Glashaus, in dem ich jeden Moment aufpassen musste, wie ich mich verhielt, damit ja nicht eine der kunstvoll angefertigten Glasfiguren (Vorstellungen und Erwar-tungen) angestossen wurde und in tausend Scherben zerbrach.

Als Kind hatte es natürlich negative Folgen, wenn ich mich nicht den Erwartungen der Erwachsenen gemäß verhielt, und so war ich ständig am Sondieren, was diese wollten. Ich spürte aber auch, wie jegliche Lebendigkeit und Spontanität unter dieser Energie erstickt wurde.

Jeder machte ein freundliches Gesicht, um sich nur ja an die unausgesprochenen Regeln zu halten und nicht anzuecken.

Das wirkliche Leben wurde vor lauter "Vorsichtsmaßnahmen" vermieden. In solch einer Atmosphäre war weder Leichtigkeit noch wirkliche Herzlichkeit spürbar. Die pure Lebensfreude, Spontanität und authentischer Ausdruck wurden auf dem Altar der Erwartungen und Vorstellungen geopfert.

Jeder versuchte einem Wertesystem, einer Vorstellung von richtig und falsch zu entsprechen, das nichts anderes ist als eine Programmierung, die von einer Generation an die nächste weitergegeben wurde, ohne jemals hinterfragt zu werden.

Du findest etwas gut oder schlecht oder mittelmäßig.

Aber du findest alles "irgendwie".

Das heißt, du erzählst dir eine Geschichte darüber, wie es sein sollte und wie nicht. Und genau das begrenzt sowohl Deine Möglichkeit etwas Neues zu erfahren, als auch Deine Haltung dazu zu hinterfragen.

Warum tust du das?

Weil dir das ein Gefühl von Sicherheit vermittelt. Dein über-nommenes Wertesystem ist deine (scheinbare) Sicherheit und dein Gefängnis zugleich. Außerhalb davon wartet das Leben, das gefühlt und erlebt werden möchte.
Aber: Sein Wertesystem in Frage zu stellen, ist das Schwerste, was ein Mensch in seinem Leben vollbringen kann.

Zum Teil auch deshalb, weil manche Strukturen noch sehr fest im kollektiven Bewusstsein verankert sind. Deshalb ist es noch immer 'normal' so zu denken, wie wir es tun, weil wir noch immer glauben, dass es für unser Überleben in dieser Welt wichtig ist, sein (ER-)Leben zu planen.

Doch das ändert sich jetzt. Mit jedem Tag erhöht sich die plane-tare Resonanzfrequenz, und die neue, hohe Schwingung (die reine Lebensenergie ist) rüttelt an den Säulen der alten Welt.

 

Das Leben will sich in dir und in mir spontan zum Ausdruck bringen: es will erlebt werden, nicht bedacht und schon gar nicht in eine vorgefertigte Form gepresst werden.

Diese alten Strukturen werden immer mehr vom sprudelnden Strom des Lebens fortgerissen, und je mehr wir daran festzu-halten versuchen, desto stürmischer und beängstigender er-leben wir diese Zeit.

Es gibt keine Sicherheit im Außen.

Die gab es noch nie, und trotzdem tun wir fast alles dafür, um uns eine scheinbare Sicherheit, eine Struktur in Form von einem Wertesystem, zu erschaffen.

Doch der Preis dafür ist zu hoch.

Er kostet dich dein wirkliches Leben, deinen lebendigen Aus-druck und deine Authentizität.

Je mehr du an diesen Strukturen und Programmierungen fest-hältst, desto enger wird auch das Korsett, das den natürlichen Fluß des Lebens in dir langsam aber sicher erstickt. Befreist du dich nicht davon, wirst du irgendwann von den Mustern und Programmen (manche nennen das auch die Matrix) übernom-men und funktionierst nur noch innerhalb des Systems, anstatt zu leben.

Da rauszukommen ist aber gar nicht so schwer.

Schenke den Gedanken, dieser Stimme in deinem Kopf, die alles kommentiert und bewertet, keine Aufmerksamkeit. Lass' sie einfach reden und begib dich mit deiner Aufmerksamkeit in dein Herz. Von hier aus kannst du fühlen und spüren wie sich das Leben JETZT anfühlt, befreit von Mustern und Konditionie-rungen. Alles was du in diesem Moment brauchst und wissen musst, steht dir immer zur Verfügung.

Atme, vertraue und lass' alle Vorstellungen, wie die Dinge sein sollten, los. Das ist so befreiend und heilt dich auf allen Ebenen. Du brauchst keine Angst davor zu haben, das, was Dir so sicher erscheint, loszulassen. Denn die scheinbare Sicherheit, die dir das Denken gibt, ist der Grund dafür, dass du glaubst Sicherheit zu brauchen.
Hör' einfach nicht hin, Hier und Jetzt ist alles in Ordnung. Du erkennst die Substanzlosigkeit deiner mentalen Konstrukte und fühlst das echte, wahre (Er-)Leben in dir: keine Filter mehr, ein-fach direkte Wahrnehmung.

Von hier aus gibt es keinen Plan, dem es zu folgen gilt.

Von hier aus gibt es nur das, was jetzt geschieht.

Ich danke dir dafür, dass ich dich auch dieses Jahr wieder beglei-ten durfte. Es freut mich sehr, wenn meine Beiträge dich be-rührt und inspiriert haben und du deinem wahren Sein ein Stück näher gekommen bist.

Über deinen Herzensbeitrag, in Form einer Spende, würde ich mich auch sehr freuen.
Ich danke dir schon jetzt dafür und wünsche dir und deinen Lieben lichtvolle Weihnachten und einen guten Start ins Neue Jahr!

(Wenn du weder Paypal noch eine Kreditkarte hast, schreibe mir gerne eine E-mail und ich schicke dir meine Kontonummer.)