Verständnis - das erlauben was ist

Heute möchte ich über die verschiedenen Aspekte von Ver-ständnis schreiben. Mir liegt dieses Thema sehr am Herzen, weil ich schon oft beobachtet habe, dass in unserer westlich-orientierten Kultur dieser wunderbaren Qualität nur sehr wenig Raum eingeräumt wird.

Wir nehmen uns oft nicht die Zeit, eine Situation, ein Gefühl oder ein Thema, das sich gerade zeigt, einfach nur zu betrachten und Verständnis dafür aufzubringen, dass es jetzt eben da ist. Alles muss sofort verändert, verbessert oder repa-riert werden, noch bevor der momentane Zustand vollständig betrachtet und akzeptiert worden ist.

Das Ergebnis davon ist nur in den seltensten Fällen befriedi-gend, weil der Ursache oder Entstehung des Umstandes nicht auf den Grund gegangen wird.

Lösungsorientiertes Denken hat auch seine Qualität, und ich selbst bin ein Mensch der sehr lösungsorientiert denkt, aber davor kommt das Verständnis für das was ist und die voll-kommene Akzeptanz dafür.

Verständnis im deutschen Sprachgebrauch hat viele Facetten und kann leicht unterschiedliche Bedeutungen haben.

Ich kann Verständnis für einen Menschen haben, dafür wie es ihm geht, wie er sich verhält oder auch dafür, dass er mir einen Wunsch momentan nicht erfüllen kann/will. Ich kann für eine
Situation Verständnis aufbringen, dass sie sich zur Zeit nicht verändern lässt, dass sie mir unangenehm ist oder mir Stress verursacht. Ich kann für mich selbst Verständnis haben, wenn ich etwas falsch gemacht oder vergessen habe.

Ich kann aber auch, und da bin ich bei der Bedeutung von Verständnis, mit der ich mich heute hauptsächlich beschäf-tigen möchte, zuerst einmal alles so belassen wie es ist und dem, was da ist, Raum geben, anstatt es sofort verändern zu wollen. Das ist eine etwas andere Herangehensweise, als wie sie in unserer Gesellschaft üblich ist. Schon in der Schule werden wir darauf hintrainiert, für alles sofort eine Antwort oder Lösung parat zu haben. Sind wir nicht schnell genug, kann das Nachteile für uns haben. Menschen, die schnelle Lösungen präsentieren, werden geschätzt und oftmals bevorzugt.

In manchen Situationen macht das auch durchaus Sinn, aber eben nicht immer. In diesem Verhalten liegt auch ein nicht zu unterschätzendes Konfliktpotenzial zwischen den Geschlech-tern, weil viele Männer sehr lösungsorientiert an eine Sache herangehen, viele Frauen aber nicht sofort nach einer Lösung suchen, sondern sich zuerst einmal einen Raum für Selbstre-flektion wünschen.

Wenn ich früher meinem Mann von einem Problem erzählt habe, hat er mir sofort einige Lösungsvorschläge präsentiert, obwohl ich erst in einer Orientierungsphase war. Ich wollte ihm von meinem Problem erzählen und es dadurch ganz genau und
von allen Seiten betrachten. Ich wünschte mir Verständnis und Aufmerksamkeit von ihm, ein offenes Ohr und ein offenes, mitfühlendes Herz, einen geschützten, verständnisvollen Raum zum Orientieren. Seine schnellen Lösungsansätze empfand ich als Rat-Schläge und fühlte mich davon überfahren und nicht angenommen. Nachdem das ein paar Mal so abgelaufen war, bat ich ihn, mir einfach einmal nur zuzuhören und mir den Raum zu halten. Zuerst verstand er nicht, wofür das gut sein soll, merkte aber bald, dass ich mich in diesem verständnisvollen Rahmen entspannen und selbst Antworten und Lösungen finden konnte. Nach einiger Zeit der Selbst-reflektion fragte ich ihn um seine Meinung dazu und konnte seine Lösungsvorschläge dann auch dankbar annehmen.

Darum, liebe Männer, wenn eine Frau nicht direkt nach einem Rat fragt, lasst sie erst mal reden und hört zu. Wir sind nicht kaputt, wenn wir ein Problem haben und müssen daher auch nicht sofort repariert werden. Wir wollen einfach nur verstanden werden. Meistens sind wir ein wenig aus unserer Mitte gefallen und brauchen einen liebevollen Raum, in dem wir uns wieder ausbalancieren und zentrieren können. Zeigt einfach Verständnis für die Situation, das ist viel hilfreicher und beugt so manchem Missverständnis vor.
Aber auch unter Feund*innen kann ein verständnisvoller Raum sehr wohltuend sein; den Anderen reden und sein lassen und dabei präsent bleiben.

Wie mache ich das?

Ich öffne mein Herz, leere meinen Kopf und höre zu. Nichts anderes ist in diesem Moment wichtig. Vielleicht kennst du das, dass du, noch während dein Gegenüber spricht, schon über deine Antwort nachdenkst: warum das so ist oder nicht so ist, warum du aber doch recht hast, dass dir das selbe auch schon
passiert ist, etc. Das ist das Gegenteil vom achtsamen Zuhören.

Wenn du achtsam zuhörst, bist du nur Präsenz und Empfang. Auch wenn das augenscheinlich nicht anders aussieht, wird es dein Gegenüber merken und das Gespräch bekommt eine ganz andere Qualität und Tiefe. Du lässt die Worte deines Gesprächs-partners in dir wirken und die Antwort wird aus dem Moment heraus entstehen, ohne nachzudenken. Du sprichst dann aus der reinen Gegenwärtigkeit.

Wenn du solche Gespräche ein paar Mal erlebt hast, wirst du es nicht mehr anders haben wollen. Das ist wunderbar nährend und bereichernd, ganz egal ob man am Ende der gleichen Meinung ist oder nicht.

In einem liebevollen und verständnisvollen Raum können mehrere Meinungen gleichwertig nebeneinander existieren. Wenn du magst, kannst du das mit einem Partner*in oder Freund*in einmal ausprobieren. Ihr wählt ein Thema über das ihr sprechen wollt, und dann spricht einer 5 oder 10 Minuten und der andere hört nur zu. Nach Ablauf der Zeit wird ge-tauscht. Der Zuhörer ist nur Empfang.

Wie fühlst du dich als Sprecher, wie als Zuhörer?

Was ist leichter für dich?

So kannst du die Qualität des verständnisvollen Zuhörens kultivieren und später auch in deine Alltagsgespräche mit einfließen lassen. Das Konfliktpotential wird sinken und Missverständnisse weniger häufig vorkommen.


Verständnis erlaubt, dass alles vorerst einmal so sein darf wie es ist. Du bist traurig, gestresst, frustriert, wütend? Ja, das ist o.k. und das darf jetzt so sein. Kein Druck, kein Verändern-müssen oder ganz schnell Weghaben-wollen. Alles wird so gesehen und akzeptiert, wie es sich zeigt. In dieser entspannten Erlaubnis können auch belastende Gefühle wieder weiterfließen und sich die inneren Wogen glätten. In diesem stillen, verständnisvollen Raum werden sich mühelos Antworten zeigen und Lösungen entstehen - alles in diesem Moment Jetzt.

Verständnis für das was ist trägt schon den Samen für die Veränderung in sich. Widerstand hält die Dinge an ihrem Platz. Wenn du diese Wahrheit einmal verinnerlicht hast, spielst du das Spiel des Lebens mit viel besseren Karten. Du verlierst die Angst vor sogenannten negativen Gefühlen, weil du weißt, dass auch sie wieder weiterziehen wie Wolken am Himmel, die ab und an die Sonne verdecken. Auf Regen folgt wieder Sonnenschein und Freude und Leichtigkeit nehmen ihren Platz in deinem Leben ein.

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Andreas ist ein "medizinisch Intuitiver", der über Stimme und Bewegung belastende Emotionen aus dem Körper und dem Energiefeld lösen kann. Die Veränderungen sind im Körper und auch emotional sofort spürbar, der Körper entspannt sich und innere Ruhe breitet sich aus.
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