Die Stille hinter den Gedanken

Heute möchte ich ein schönes Erlebnis mit dir teilen, das ich vor einigen Tagen hatte. Ich tauchte ganz tief in die Stille hinter den Gedanken ein. Vielleicht kennst auch du Momente, wo du, im wahrsten Sinne des Wortes, "gedankenverloren" im positivs-ten Sinne bist und einfach nur innere Ruhe und Frieden er-fährst. Solche Erlebnisse habe ich meistens in der Natur, wenn ich mich auf die Stille und die natürliche Ordnung, die mich dort umfängt, einlasse. Manchmal wandere ich langsam durch einen Wald, berühre die Zweige und Blätter der Bäume, spüre ganz bewusst bei jedem Schritt meine Verbindung zum Boden, zur Erde. Oder ich setze mich auf eine Bank und atme die Energie der Bäume und Pflanzen ein und spüre die Einheit allen Lebens, aus dem alles entsteht.

 

Wenn du dich tiefer mit einem Baum oder einer Blume ver-binden und ihre Essenz spüren willst, werde still und atme ihre Energie ein. Gehe einfach in die Absicht und lass es ge-schehen. Nach ein paar Atemzügen wirst du spüren, wie eine Verbindung zwischen dir und der Pflanze entsteht und sich dein Herz öffnet. So kommst du in Kontakt mit der Stille in dir, die sehr oft vom Lärm unserer Gedanken überlagert wird. Nach ein paar Minuten dieser intensiven und bewussten Verbindung mit der Natur wirst du ruhiger werden und dein Körper und Geist können sich entspannen.

Vor ein paar Tagen hatte ich in Eisenstadt zu tun und ging danach im Schlosspark spazieren. Ich hatte kein bestimmtes Ziel und folgte intuitiv den schmalen Waldwegen, die sich durch den ganzen Park ziehen. Nach einiger Zeit stand ich vor dem Leopoldinentempel, bei dem ich vorher noch nie war. Ich hatte ihn schon öfters aus der Ferne gesehen, war aber nie hingegan-gen. Jetzt stand ich vor den Steinstufen, die noch ein Stück weiter nach oben führten, umrundete den Tempel und setzte mich schließlich auf eine Bank. Von dort aus hatte ich einen wunderbaren Ausblick auf den See unterhalb des Tempels, auf dessen Oberfläche sich das Sonnenlicht wie tausende Diaman-ten spiegelte. Ein paar Enten schwammen im See und die Sonne fühlte sich wohlig warm auf meiner Haut an. Nach kurzer Zeit breitete sich Stille in mir aus und ich fühlte mich einerseits ruhig und entspannt und gleichzeitig sehr wach und präsent. Auf einmal hörte, fühlte und sah ich folgenden Satz vor meinem inneren Auge:

"Das Ende der Gedanken ist das Ende des Leidens."

Wow, das saß.

In diesem einfachen Sein, dieser Stille, liegt so viel Frieden, und er ist immer da! Nur wird er meistens vom Lärm unserer Gedanken überlagert. Auch in diesem Moment waren Gedanken da, der Unterschied war nur, dass ich ihnen keine Aufmerksam-keit schenkte.

In diesem Zusammenhang taucht jetzt ein Bild auf, das für mich gut erklärt, was normalerweise in uns abläuft.

 

Wenn du schon einmal Tauchen warst, wird du das, was ich dir jetzt erzähle, sicher nachempfinden können. Im Urlaub hatte ich einmal einen Bootsausflug mit einem Tauchgang bei einem schönen Riff gebucht. Die ganze Woche war es fast windstill, aber ausgerechnet am Tag des Ausflugs kam ein stürmischer Wind auf. Das Boot schaukelte so in den Wellen, dass mir schlecht wurde, und als wir endlich das Tauchgebiet erreicht hatten, war der Seegang so heftig, dass es sehr schwierig war, das Tauchequipment anzuziehen. Ich sah auf die aufgewühlte Wasseroberfläche, die Schaumkronen und die Wellen und war nicht sicher, ob ich da jetzt wirklich hineingehen wollte. Ein Blick in die Gesichter der anderen Teilnehmer zeigte mir, dass ich mit dieser Überlegung nicht allein war. Der Tauchguide versuchte uns zu beruhigen und versicherte, dass der Tauch-gang sicher sei. Er sagte, wir sollen zügig hintereinander ins Wasser springen, sofort mit dem Abtauchen beginnen und am Meeresgrund zusammen warten. Ich näherte mich widerwillig dem Ausstieg, und dann nahm mir eine große Welle, die das Boot erfasste, die Entscheidung ab. Ich fiel ins Wasser und wurde sofort zum Spielball der Elemente. Mir blieb nichts anderes über, als die Anweisung des Guides zu befolgen und abzutauchen.

Was dann kam, war magisch. Kaum war ich etwa fünf Meter unter der Wasseroberfläche, wurde es sehr ruhig. Ich sank tiefer und tiefer und erreichte den Meeresgrund. Hier unten war von dem Sturm und dem Wellengang nichts zu merken. Die anderen Taucher kamen nach und wir hatten einen wunder-schönen Tauchgang. An dieses Erlebnis erinnere ich mich immer, wenn es im Außen turbulent wird. Wenn der Lärm in der äußeren Welt, oder auch der Gedankenlärm in meinem Kopf, zu laut wird, tauche ich ab, tief in mich hinein, in diese Stille, die immer da ist. Ich lasse mich in die Stille sinken und betrachte von hier aus die Turbulenzen an der Oberfläche.

 

Du kannst nicht aufhören zu denken, aber du kannst Abstand zu deinen Gedanken gewinnen. Du kannst deine Aufmerksam-keit auf den jetzigen Moment lenken, indem du wirklich in dir präsent bist, indem du deinen Körper fühlst und über deine Sinne wahrnimmst, was da ist. Die Gedanken treten dann in den Hintergrund und du spürst die Verbindung zu der Stille in dir.

Warum endet das Leid, sobald die Gedanken aufhören?

Die Gedanken erzählen dir immer wieder die gleiche Geschichte über dich - wer du bist bzw. zu sein glaubst, wie du bist oder nicht bist, was du magst oder nicht magst, was richtig und was falsch ist. Du gibst ihnen deine Aufmerksamkeit und glaubst das, was sie dir sagen. Das Ganze ist aber nur ein Dialog in deinem Kopf, es ist nicht real, und während du zuhörst, ver-säumst du das, was real ist, was wirklich für dich da wäre, wenn du dich ihm nur zuwenden würdest.

Du vermeidest das Leben durch das Denken!

 

Vielleicht kennst du dieses Gefühl, wenn du nach einem langen Dialog in deinem Kopf auf einmal "aufwachst", weil etwas deine Gedanken plötzlich unterbricht. Dann hast du das Gefühl, weg gewesen zu sein und erst jetzt wieder in dir, in diesem Mo-ment, anzukommen. Deine Gedanken haben dich in eine Phantasiewelt entführt, und ganz egal ob diese Phantasiewelt schön und angenehm ist oder dir Angst macht, sie ist nicht real. In der Zwischenzeit geht das Leben weiter, du bekommst es aber nicht oder nur wenig mit.

Ich erinnere mich gut daran, wie ich früher manchmal stunden-lang über ein Problem nachdedacht habe und mich immer mehr darin verstrickt habe. Nach einiger Zeit wurde meine Stim-mung immer düsterer und eine mögliche Lösung rückte in immer weitere Ferne. Danach fühlte ich mich ausgelaugt und erschöpft.

 

Wenn ich heute ein Problem habe, frage ich das Leben nach der bestmöglichen Lösung, und dann bin ich still und richte meine Aufmersamkeit auf den jetzigen Moment. Wenn es möglich ist, gehe ich in die Natur, verbinde mich mit der Stille und genieße die belebende Energie, die für mich da ist. In die-ser (Gedanken-) stille hat das Leben die Möglichkeit mir zu antworten.

 

Wenn ständig Gedanken da sind, können hilfreiche Impulse gar nicht ins Bewusstsein durchkommen. Ich stelle mir das so vor
wie beim Telefonieren. Das Leben will "anrufen" und eine Lösung bringen, aber die Leitung ist entweder überlastet oder dauernd besetzt. Es kommt einfach nicht durch.

Wenn du Wasser magst, kann folgende kleine Übung dir hel-fen, aus dem Gedankenstrom auszusteigen: Dazu stelle ich mir die Gedanken wie die Wellen an der Oberfläche des Meeres vor. Sie zerren an mir und wollen mich immer wieder in eine andere Richtung ziehen. An der Oberfläche bin ich der Spielball dieser Wellen. Ich stelle mir dann vor, ich sitze in einer durch-sichtigen Kugel oder Energieblase und lasse mich langsam nach unten sinken. Ich fühle, wie ich den aufgewühlten Bereich an der Oberfläche verlasse und langsam tiefer und tiefer sinke. Je tiefer ich sinke, desto stiller wird es, und ich gleite in meiner Kugel hinab zum Meeresgrund. Wenn ich nach oben schaue, sehe ich das Spiel der Wellen, die Strömungen an der Oberfläche und kann das alles in Ruhe betrachten. Es berührt mich aber nicht, denn ich verweile in der Stille in meiner Kugel hier am Meeresgrund.

Natürlich sind das auch Gedanken, aber sie helfen dir auszu-steigen, sobald sich in deinem Kopf die Gedankenschleifen wieder und wieder im Kreise drehen. Wenn du diese Übung ein paar Mal machst, kann es sein, dass du aus der Stille heraus auf ein-mal Ausdehnung spürst, dass du dich über die Kugel und das Meer hinaus ausdehnst und erkennst, dass all das in deinem Bewusstsein ist - dass du all das bist. Dann fühlst du dein wahres Selbst - zeitlos, grenzenlos und frei.

 

Diese Übung kann es dir erleichtern, in Kontakt mit deiner wahren Essenz zu kommen, und je öfter du diese Erfahrung machst, desto leichter kannst du sie in deinen Alltag über-nehmen. Dann reicht ein kurzer Impuls und du kannst zwischen Denken und Gewahrsein hin und herswitchen, wie du es gerade brauchst.

 

Lösungsorientiertes und konstruktives Denken ist hilfreich und nützlich für dein Leben - dann benutzt du die Gedanken aktiv, und das ist ganz anders als abzudriften und SICH in den Gedanken ZU VERLIEREN. Mit ein bisschen Übung bleiben dir der Friede und die Stille deiner wahren Natur erhalten, auch wenn du, um etwas zu tun, in den Denkmodus wechselst.

Deine wahre Natur ist immer da, nur wird sie manchmal von den Gedanken überdeckt.

Wenn du dich danach sehnst, dich selbst zu entdecken und deine wahre Natur endlich zu leben, habe ich heute einen ganz besonderen Tipp für dich:

Stefan Hienes neues Buch "Aufwachmedizin" bringt dich vom Denken ins Fühlen und ist dein radikaler Weg der Heilung durch Selbstannahme. Wenn du Stefans Medizin einnimmst, dringt sie durch alle deine Schichten und trifft dich mitten in deinem Kern. Dort wirkt sie und offenbart dir, wer du wahr-haftig bist. Die Aufwachmedizin ist dein Reisebegleiter zurück zu dir! Die Wirkung ist dein Erwachen und alle Nebenwir-kungen sind ausdrücklich erwünscht.