Sucht und Liebe

Vor einiger Zeit habe ich mir einen sehr interessanten Online-Kongress zum Thema "Du bist Liebe" angesehen. Dabei wurde auch das Thema Sucht aus verschiedenen Blickwinkeln ange-sprochen.

 

Es ging in diesem Zusammenhang nicht nur um das "klassische" Suchtverhalten, sondern auch um die vielen subtileren Formen, wie übermäßiges Verlangen nach einer bestimmten Sache oder undienliches Verhalten. Du merkst, dass dir etwas nicht gut tut und kannst es trotzdem nicht oder nur schwer verändern.

 

Ich selbst habe beobachtet, dass manche Menschen mehr und andere weniger zu Suchtverhalten neigen und habe dabei einen Zusammenhang zwischen Sucht und Liebe festgestellt. Men-schen, die sich in ihrer Kindheit nicht geliebt fühlten oder Liebe nur unter bestimmten Bedingungen bekamen, haben als Er-wachsene eher die Tendenz zu Suchtverhalten. Dabei wird das Suchtmittel als Ersatz für Liebe zugeführt.

Bei mir war es als Kind so, dass ich für gewünschtes Verhalten mit Essen, zB mit einem Eis oder Kuchen, belohnt wurde, und so wurde diese Programmierung geschaffen. Später tröstete ich mich selbst mit Süßigkeiten und Essen allgemein.

 

Heute möchte ich dir drei Sichweisen auf Suchtverhalten an-bieten, die für mich sehr interessant waren und mir geholfen haben, tiefere Zusammenhänge besser zu verstehen.

Diese Sichtweisen eignen sich zur Selbsterforschung und Selbstreflexion und nicht zur Therapie. Wenn du unter akuten Suchtproblemen leidest, ist es empfehlenswert, dich an einen Therapeuten deines Vertrauens zu wenden.

Es gibt so viele Formen süchtig zu sein, vom totalen Kontrollver-lust bis hin zu sehr subtilen Formen der Abhängigkeit, die nur bei sehr achtsamer Selbstbeobachtung auffallen. Suchtverhalten definiere ich für mich so, wenn es mir Unbehagen verursacht, wenn ich das Gewünschte nicht bekommen kann.

 

Eine Zeit lang habe ich jeden Nachmittag einen Kaffee getrun-ken, bis ich bemerkt habe, dass er mir abging, wenn ich einmal keinen bekam. Ich bemerkte, wie ich verstärkt daran dachte, dass ich einen Kaffee haben will und nach Möglichkeiten SUCHTe, mir diesen (mittlerweile schon drängenden) Wunsch zu erfüllen. Als mir das auffiel, entschied ich mich, für ein paar Tage keinen Kaffee mehr zu trinken und das übermäßige Ver-langen verschwand wieder.

 

Manchmal bemerke ich, wie sich schleichend eine bestimmte
Gewohnheit bildet, wo es dann mit einem größeren Energie-aufwand verbunden ist, diese wieder zu verändern. Das sind ziemlich subtile Formen von Suchtverhalten, die mit achtsamer Selbstbeobachtung erkannt und verändert werden können.

Was mich schon immer interessiert hat, sind die Ursachen und Hintergründe für Suchtverhalten. Einen Punkt habe ich oben schon kurz angesprochen, nämlich, dass das Suchtmittel als Substitut für Liebe zugeführt wird. Das geschieht haupt-sächlich mit Essen. Wenn du als Kind mit Süssigkeiten belohnt oder gelobt wirst, wenn du den Teller leer gegessen hast, schaffst du dir unbewusst eine Verbindung zwischen Liebe und Essen. Du kreierst dir eine Gleichung LIEBE = ESSEN. Wenn du also das Bedürfnis nach Liebe hast, isst du, um dir die Liebe zu geben, die du gerade brauchst. Ich selbst habe das sehr lange so gemacht, und es war gar nicht so leicht, das zu erkennen.


Dabei hat mir folgende Ansicht sehr geholfen: Unsere Seele kommuniziert ständig mit uns und die Sprache der Seele ist das Gefühl. Das heißt, die Seele schickt dir ein Gefühl, um dich auf etwas aufmerksam zu machen. Dieses Gefühl muss aber für dich verständlich gemacht, also "übersetzt" werden. Weil wir alle als Kinder mehr oder weniger konditioniert und in manchen Bereichen auch programmiert worden sind, kann sich da leicht ein "Übersetzungsfehler" einschleichen.

So war die Botschaft der Seele an mich, wenn ich mich z.B. in einer stressigen oder anstrengenden Situation befand: "Gib dir Liebe - kümmere dich um dich!" und als Übersetzung kam an "Du solltest etwas essen!".


Vielleicht geht es dir auch manchmal so, dass da ein Gefühl ist, das du nicht so genau zuordnen kannst und das zu undien-lichem Verhalten führt. Dann macht es durchaus Sinn sich ein-mal zu fragen, ob vielleicht ein "Übersetzungsfehler" vorliegt.

Eine weitere sehr interessante Ansicht ist, dass Suchtverhalten mit der Vermeidung von bestimmten Erfahrungen zu tun hat - und mit Vertrauensverlust. Mit anderen Worten, die Sucht beginnt dort, wo dein Vertrauen in dich, ins Leben, endet.

 

Vielleicht hat es in deinem Leben eine Zeit gegeben, wo du mit bestimmten Erfahrungen nicht umgehen konntest - meistens ist das in der Kindheit. Vielleicht war es zu schmerzhaft für dich abgelehnt zu werden oder dir wurde das Gefühl vermittelt, dass du nicht gut genug bist. Jetzt bist du erwachsen, aber der Schmerz ist immer noch da, weil er nie zu Ende gefühlt und er-löst wurde. Und um diesen Schmerz nicht zu fühlen, betäubst du ihn immer, wenn er auftaucht, mit deinem bevorzugten Suchtmittel.

 

Wenn du mit dieser Ansicht in Resonanz gehst und glaubst, dass das auf dich zutreffen könnte, kannst du dir folgende Fragen stellen:

  • Was will ich nicht erfahren?
  • Was will ich durch die Sucht vermeiden?

Du brauchst eine offene Geisteshaltung, die in Empfang nimmt was ist – und Vertrauen.

„Ich bin offen für jede Erfahrung, komme was wolle, ich bleibe hier.“

Dabei ist es wichtig die Grenze deines Vertrauens auszudeh-nen und immer wieder einen Schritt weiter zu gehen.

 

Wenn also das nächste Mal der Schmerz auftritt, dann bleibe damit für einige Zeit. Wenn du magst, frage dich: "Was braucht es, damit ich bereit bin einen Schritt weiter zu gehen?". Lass' die Frage einfach stehen, vielleicht kommt eine Antwort, viel-leicht auch erst einige Zeit später. Wichtig ist einfach, dass du einige Zeit präsent bleibst und fühlst was da ist. Je nach Inten-sität können es am Anfang nur ein paar Minuten sein, bevor du zu deinem Suchtmittel greifst. Das ist in Ordnung! Mit der Zeit werden die bewussten Phasen länger werden, und irgendwann stellst du fest, dass du das Suchtmittel nicht mehr brauchst. Das kann aber einige Zeit dauern, wichtig ist, dass du dran bleibst und geduldig und mitfühlend mit dir selbst bist.


Das ist auch gleich die Überleitung zu der dritten interessanten Ansicht darüber, auf welchen zwei Kräften Süchte basieren und was das Suchtverhalten am Laufen hält:

  • Anziehung und Bewertung/Verurteilung
  • Der Wunsch diese Erfahrung zu haben – und das Wissen, dass es nicht gut ist.

Diese beiden Kräfte wirken in dir, wobei die Bewertung deiner Handlungsweise, die Verurteilung und das schlechte Gewissen die treibende Kraft sind. Würde die (negative) Bewertung wegfallen, wäre es keine "Sucht" mehr. Dann würde einfach gegessen, getrunken oder geraucht, und es wird möglich, das ganz bewusst, präsent und achtsam zu machen.


Wenn mit mehr Bewusstheit konsumiert und erkannt wird, welche Auswirkung es hat, und zwar mit der Klarheit, die aus der bewussten Erfahrung kommt, wird die Anziehung ver-schwinden. Nicht unterdrücken, nicht kontrollieren, nicht verurteilen, sondern mit ruhigem Verstand da hineingehen. Die Wahrheit wissen wollen. Dann fallen die Süchte auseinander. Durch Anziehung und Bewertung werden Süchte am Leben erhalten. Ohne Bewertung lösen sie sich auf.

Mir hat diese Ansicht sehr dabei geholfen, aus der Selbstkritik herauszukommen, und das ist mehr als die halbe Miete. Vielleicht konsumierst du noch ein paar Male dein Suchtmittel, aber mit jeder Erfahrung wird es an Anziehungskraft verlieren.

Ich finde diese Betrachtungsweisen sehr interessant und konn-te, besonders was die Bewertungen betrifft, einige alte Ansich-ten hinter mir lassen und wieder tiefer in die Selbstliebe ein-tauchen. Auch habe ich die Erfahrung gemacht, dass in den meisten Fällen von Sucht unerlöste Emotionen daran beteiligt sind.

 

Deshalb möchte ich dir heute nochmals die Möglichkeit anbie-ten, die Arbeit von Andreas Goldemann näher kennenzulernen. Andreas ist ein "medizinisch Intuitiver", der über Stimme und Bewegung belastende Emotionen aus dem Körper und dem
Energiefeld lösen kann. Die Veränderungen sind im Körper und auch emotional sofort spürbar, der Körper entspannt sich und innere Ruhe breitet sich aus. Hier hast du die Möglichkeit, zwei Sessions von Andreas Kurs "Zurück zum Ursprung" gratis anzuschauen und selbst sofortige Veränderungen zu erfahren. Ich kann Andreas Arbeit von Herzen empfehlen.

PS: Der "Du bist Liebe"-Online-Kongress von Katharina und Thomas Nestelberger ist wirklich sehenswert. Die einfühlsame Interviewführung, die interessanten Expertinnen und Experten machen diesen Kongress zu etwas ganz Besonderem.

Hier findest Du Infos dazu: