Befreiung durch Hingabe

Heute möchte ich eine Erfahrung mit dir teilen, die ich vor eini-ger Zeit gemacht habe. Es geht dabei um die Hingabe an das was ist. So wie ich es wahrnehme, ist das die einzige Möglich-keit, Dinge DAUERHAFT zu heilen oder zu verändern. Das klingt paradox und ist es auch. Denn erst wenn ich bereit bin, mit dem zu sein was mich stört, was ich verändern will, kann es verändert werden.

 

Solange ich dagegen ankämpfe, es unbedingt anders oder weg-haben will, laufe ich gegen eine Wand. Diese Wand ist der Wi-derstand, der sich scheinbar groß und mächtig vor mir auf-baut und undurchdringlich erscheint. So nehme ich es jeden-falls wahr. Ich stehe davor und sehe keine Möglichkeit weiter-zukommen. Oftmals bin ich dann in diesem Widerstand hängengeblieben oder habe versucht dagegen anzukämpfen.


Beide Methoden kosten sehr viel Energie. Passiver Widerstand, also Unzufriedenheit mit dem was ist, laugt aus und der Kampf dagegen kostet ebenfalls viel Kraft. Hingabe an das was ist würde diese Wand sofort zum Einsturz bringen. Aber das setzt Vertrauen ins Leben voraus, und damit hatte ich lange Schwierigkeiten.

 

Vielleicht kennst du das ja auch?

Ich möchte dir hier ein Beispiel aus meinem Leben erzählen, weil ich glaube, dass es zu einem besseren Verständnis beiträgt.

 

Der Ablauf ist immer derselbe, egal um welches Gefühl oder welche Situation es sich handelt. Du willst das was ist weg-haben, weil es dich stört oder unanagenehm ist. Aber weil du im Widerstand bist, geht es nicht weg.

 

Bei diesem Beispiel geht es um meine Versuche, meine Ernäh-rung ganz auf Lichtnahrung umzustellen und um den Wider-stand gegen die Schwäche, die ich in meinem Körper nach einigen Tagen fühlte. Meistens begann es nach zwei oder drei Tagen, dass sich diese Schwäche zeigte. Da war also ein schein-bar körperliches Symptom, das ich unbedingt weghaben wollte. Kaum zeigte sich diese Schwäche, ging ich in den Wider-stand. Ich unternahm alles Mögliche, um die Situation zu verändern: kalte Duschen, einen Spaziergang an der frischen Luft, Atemübungen, etc..

 

Das brachte vorübergehend Erleichterung, aber keine dauer-hafte Veränderung. Am nächsten Tag war die Schwäche wieder
da und das ganze Spiel begann von vorne.

Trotz aller Anstrengung ließ sich dieser Zustand nicht verän-dern. Dann änderte ich die Taktik und versuchte es damit, mich ein bisschen hinzulegen und auszuruhen. Natürlich war ich auch dabei voll im Widerstand, weil ich wollte ja fit sein. Heute lächle ich über dieses Verhalten, aber wie es geschah, sah ich keine andere Alternative. Vielleicht kommt dir das bekannt vor.

 

Vielleicht gibt es auch in deinem Leben eine Situation, gegen die du immer wieder erfolglos ankämpfst. Dein ganzes Streben ist auf VERÄNDERUNG ausgerichtet und du bist permanent im Widerstand. Vielleicht fällt dir das gar nicht mehr auf, weil du schon so daran gewöhnt bist. Du versuchst die Situation zu ver-ändern, zu verändern, zu verändern ... immer mit ähnlichen Mitteln und läufst dabei jedes Mal wieder gegen die Wand. Das Ergebnis ist immer das gleiche, weil du nur auf VERÄNDE-RUNG aus bist.

 

Aber das Leben ist geduldig. Es bringt dir immer wieder die gleiche Situation, dasselbe Problem - solange, bis du bereit bist es anzuschauen und dich an das was ist hinzugeben.

Eines Morgens, als die Schwäche wieder kam und ich eigent-lich Sport machen wollte, gab ich auf. Kein Kampf mehr, kein Widerstand, es war vorbei. Ich war bereit, meine Pläne zu ändern und mit dem zu sein, was sich zeigte. Ich sagte mir: "Ja, es ist in Ordnung!" und meinte das auch so!

 

Keine neue schlaue Taktik, um die Schwäche so schnell wie möglich loszuwerden, kein Widerstand, kein Anspruch auf Veränderung. Alles durfte so sein, wie es war - und zum ersten Mal konnte ich fühlen, dass das, was ich als körperliche Schwä-che wahrnahm, ein immenser Druck im Brustraum war, der mir fast die Luft zum Atmen nahm. Ich wurde ganz ruhig und war einfach mit der Empfindung, die durch meine Zuwendung an Intensität noch zunahm. Ich atmete damit und fühlte auf ein-mal so viel Mitgefühl mit meinem Körper, der sich schon so lange von dieser emotionalen Last befreien wollte. Die Tränen begannen zu fließen und mit jedem Atemzug verließ ganz viel alter Schmerz meinen Körper. Es war so erleichternd, und Be-freiung durch Hingabe konnte geschehen.

Das Ego hat große Probleme mit Hingabe. Der Verstand will kontrollieren. Dabei haben wir gar nichts unter Kontrolle, und der Versuch zu kontrollieren, kann nur zu Widerstand führen.

 

Veränderung kann aber erst dann geschehen, wenn das was ist, angenommen und akzeptiert wird - ohne wenn und aber.

Dabei ist es ganz wichtig, den Widerstand nicht als Feind anzu-sehen, sondern eher als eine Art Hinweisschild oder Wegweiser. Widerstand ist nur der Gegenpol von Akzeptanz, und genau in diese Richtung soll es gehen.

 

Wenn wir nur den Widerstand anschauen, sehen wir nichts als die Wand, die uns den Weg zu dem, was wir wollen, versperrt. Sehen wir den Widerstand aber als Wegweiser und schauen nicht ihn an, sondern das, worauf er deutet, wird sich zeigen, was sich hinter dem Widerstand verbirgt. Und das kann ange-schaut, akzeptiert und mit Liebe und Hingabe angenommen und verändert werden.

 

Mein Heilungsprozess damals dauerte knapp eine Stunde, da-nach war ich frisch und fit, keine Spur mehr von Schwäche. Bald darauf ging ich raus, um Sport zu machen, und hatte eine große Freude daran.

Wenn sich kein konkretes Thema zeigt, sondern nur eine Emotion, kann es sein, dass ein bedürftiger Anteil von dir (Inneres Kind, oder wie immer du ihn nennen willst) dahinter-steht. So war es auch bei mir.

 

Du kannst dann einfach mit ihm sein und ihm Liebe und Zu-wendung zukommen lassen. Das alleine kann schon eine große Veränderung bewirken. Durch deine Hingabe und Akzeptanz öffnest du die Tür zur Heilung, die, wie in meinem Beispiel, dann ziemlich schnell gehen kann.

 

Hingabe ist übrigens nicht immer nur passives Annehmen. Es kann durchaus sein, dass eine aktive Handlung erforderlich ist, wenn du den Impuls dazu spürst. Hingabe ans Leben bedeutet
für mich, dem Leben zu vertrauen und mit dem zu sein, was sich zeigt.

 

Das Leben ist immer für dich, auch wenn es manchmal auf den ersten Blick nicht so aussieht. Wenn du in der Hingabe bist, schaust du tiefer, und dann packt das Leben die Geschenke aus, die schon immer für dich bestimmt waren.

Bei einer Seelengenährt-Sitzung schauen wir uns gemeinsam an, wo du Widerstände hast. Es ist viel leichter durch einen Lösungsprozess zu gehen, wenn jemand für dich die Energie hält. Du lernst einen einfachen Prozess, den du dann jederzeit auch alleine für dich anwenden kannst.

 

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