Authentizität

Heute möchte ich über Authentizität schreiben.

Wie das Thema zu mir kam, ist recht interessant, und, ehrlich gesagt, habe ich eine Weile darüber nachgedacht, ob ich das in dieser Form wirklich schreiben kann und will.

 

Bemerkst du etwas? Es geht um AUTHENTIZITÄT :-) - so sein, wie du gemeint bist bzw. wie du wirklich bist. Zu dem zu stehen, was ist, was einem in den Sinn kommt, ohne sich dafür zu schämen oder zu überlegen, was andere wohl darüber denken. Das ist nicht immer leicht und aus menschlicher Sicht oftmals unverständlich. Und so habe auch ich überlegt, wie ich mit Worten, mit Sprache, ausdrücken kann, was ich meine und mit dir teilen möchte.

 

Eines, denke ich, ist gewiss: Wenn du nur die Worte liest, werden einige Dinge Unverständnis oder sogar Ablehnung in dir auslösen. Dein Ego wird dir sagen, dass das nicht so sein kann. Wenn du aber dein Herz öffnest und hinfühlst, die Energie hinter den Worten wahrnimmst, dann kann es sein, dass sich der Schleier lüftet und du einen anderen Blick auf die sogenannte Realität erfährst. Dieser Blick kann heilsam sein und inneren Frieden bringen, dir helfen mit dir selbst und der Welt im Reinen zu sein. 

Der Auslöser für diesen Newsletter war ein Gespräch, das eine liebe erwachte Facebook-Freundin mit ihrem erwachsenen Sohn geführt hat. Dabei ging es um das Ableben von Charles Manson. Sie sagte sinngemäß, dass es wohl viele Menschen nicht verstehen werden, dass ein Mensch wie Charles Manson friedlich hinübergegangen ist, ohne Todeskampf oder Wider-stand. Ihr Sohn fragte dann, ob er nicht auch ein Teil des Ganzen gewesen sei. Sie antwortete (Zitat): "Ja, er war völlig eins mit seiner Rolle, hat sie perfekt gespielt. Darum keine Gewissensbisse. Er war authentisch in dem, was er war."

 

Ich hatte die Ehre und das Vergnügen, sie für meinen Kongress zu interviewen und kenne daher ihre erwachte Sicht auf das Leben. Diese Aussage hat mich einerseits dazu gebracht über Authentizität nachzudenken und andererseits auch über das, was unser Verstand mit "Gut" und "Böse" bewertet. Und spätestens jetzt wird es schwierig, die richtigen Worte zu finden, weil aus zwei (oder mehr) verschiedenen Betrachtungs-ebenen auf ein Ereignis geschaut werden kann. 

Da ist zum einen die menschliche Ebene, aus der gesehen Taten in richtig und falsch unterschieden werden und Menschen als "Täter" zur Verantwortung gezogen werden.

Es gibt aber auch die übergeordnete Ebene des Lebens, aus der gesehen jeder die Rolle spielt, die das Leben ihm zugedacht hat, die Erfahrungen macht, die vorgesehen sind.

Wir können diese Erfahrungen mögen oder nicht. Diese Ein-stellung entscheidet dann über unseren Seelenfrieden.

Die Tatsache, dass sie stattfinden ist alleine schon der Hin-weis darauf, dass sie im übergeordneten Sinne "richtig" sind, also erfahren werden wollen. Dass sich das Leben in diesem Augenblick durch uns so ausdrückt, auch wenn das für uns oder andere aus menschlicher Sicht Leid bedeutet.

 

In diesem Sinne gibt es nur Taten, aber keine Täter. Niemand
ist oder war je schuldig. Mit dem Verstand ist das schwer zu erfassen, das Herz aber weiß es.

 

Vielleicht kennst du die Geschichte von Neale Donald Walsh: "Die kleine Seele spricht mit Gott". Wenn du sie nicht kennst, kannst du sie auf Youtube anhören. Das kommt dem, was für mich wahr ist, schon sehr nahe. 

Es geht mir aber heute nicht so sehr um dieses Schuldthema, sondern um Authentizität und darum, wie uns das Ego immer wieder dazu verleitet, die dunkle Seite von uns und der Welt zu verurteilen und abzulehnen.

 

Viele Menschen sind der Ansicht, dass es Krieg, Terror oder Gewalt in jeglicher Form nicht geben sollte.

Es gibt unterschiedliche Strategien, damit umzugehen.

Manche, und das ist auch in spirituellen Kreisen sehr verbreitet, wollen diese Dinge einfach ausblenden, nicht hinschauen und hoffen, dass sie dann verschwinden.
Andere wollen sie bekämpfen, unterdrücken und vernichten. Das Außen ist aber nur ein Abbild des Inneren. Wenn solche Ereignisse in meinem Bewusstseinsfeld auftauchen, haben sie auch etwas mit mir zu tun. Also darf ich erst mal hinschauen, wo noch Unfriede in mir ist.

 

Wo kämpfe ich? Gegen mich und andere.

Wo gibt es Unfrieden in meinem Leben?

Und, eine für mich sehr wesentliche Frage:

Wo bin ich nicht authentisch?

 

Wenn jeder sich so annehmen könnte, wie er ist, und mit sich selbst im Frieden wäre, würde auch der Kampf im Außen enden. 

Wenn ich wegschaue, meine eigene Dunkelheit und Schattenseiten nicht sehen will, kann ich sie auch nicht integrieren. Sie sind ja schon da, schon manifest, und, auch wenn ich nicht hinschauen und sie verdrängen will, sind sie trotzdem da. Also projiziere ich sie ins Außen und verurteile sie dann an Anderen, den Mördern, Terroristen und Kriegsführern dieser Welt.

 

Es ist auch so verführerisch, das Böse lautstark zu verur-teilen. Das Ego hat seine helle Freude daran. Die anderen, die sind so schlecht, da fühle ich mich gleich besser. Es ist so leicht, sich vom Außen ablenken zu lassen.

 

Aber was wäre, wenn ... ich mir selbst und dem Außen mit Liebe begegnen könnte?

Was wäre, wenn alles so sein dürfte, wie es eben gerade ist?

Nur einen Augenblick lang.

Keine Verurteilung, keine Schuldzuweisung.

Wie fühlt sich das an für dich?

 

Alles ist eins. Wir sind alles. Wir sind das eine Leben, wie immer es sich zeigt. Nichts ist getrennt.

 

Was glaubst du, welcher Teil von uns braucht es mehr, geliebt zu werden? Das Schöne, Lichtvolle, Strahlende, das wir auch sind? Oder das Dunkle, Abgründige und Verdrängte in uns? Was hat es mehr nötig, geliebt zu werden?

Wenn du dir diese Frage ernsthaft stellst, kann sie deine Sicht auf das Leben verändern. 

Kannst du authentisch sein und dich dafür lieben?

Kannst du das erlauben, was sich gerade zeigt?

Das bedeutet nicht, dass du alles ausleben musst.

Kannst du es einfach im Kopf anerkennen, dass es da ist und gesehen werden will?

Kannst du es umarmen und lieben?
Kannst du authentisch sein, auch wenn andere dich dann nicht (mehr) lieben?

 

Wenn du authentisch bist, bist du mit dir im Frieden. Du bist
einverstanden, mit dem, was ist und mit dem, was und wie du bist, unabhängig von dem, was andere über dich denken. Der Friede stellt sich ein, weil du mit dem Leben fließt.

 

Wenn wir uns erlauben zu akzeptieren, dass in unserer Dualität nichts nur gut oder nur böse ist, und dass alles, was geschieht, der Entwicklung unseres Bewusstseins dient, dann schauen wir mit anderen Augen auf die Welt und so auch auf uns selbst. Das Ego hat dann nicht mehr soviel Macht über uns, weil wir erkennen, dass alle Erfahrungen uns dienen.

 

Wir gewöhnen uns daran, tiefer zu schauen, und unsere eigene dunkle Seite verliert im Licht des Bewusstseins ihren Schrecken. 

Manchmal ist es gar nicht so leicht, von einer bestimmten Vor-stellung Abstand zu nehmen oder der eigenen Dunkelheit zu begegnen.                  
Ich bin gerne für dich da, wenn du Unterstützung brauchst.