Die Kraft der Gefühle - Teil 2

Heute möchte ich mit dir die zwei Seiten der Gefühle Angst, Scham und Freude anschauen.

 

Ja, auch die positiven Gefühle haben zwei Seiten, so wie alles in der Dualität. Nichts ist nur gut oder nur schlecht. Wie das Yin-Yang Symbol, trägt alles auch einen Teil des anderen in sich.

 

Gefühle und Emotionen erscheinen in unserem Bewusstsein, das können wir nicht ändern. Wir können aber wählen, welche Macht wir ihnen geben und welcher Seite wir uns zuwenden. Wir können wählen, ob wir sie wegdrängen oder annehmen.

 

Wichtig ist auch, zwischen den verschiedenen Ebenen zu unter-scheiden. Auf der Ebene des Bewusstseins ist das, was sich gerade zeigt, immer richtig, sonst würde es sich nicht genau so zeigen. Auf der menschlichen Ebene ist es wichtig, klare Ent-scheidungen zu treffen, und zwischen dem, was uns dienlich ist, und dem, was uns nicht dient, zu unterscheiden. Unsere Gefühle helfen uns zu erkennen, was für uns stimmig ist, und wo wir Dinge verändern wollen.

 

Schauen wir uns als nächstes die Angst an.

Die Angst hat viele Facetten und ist vielleicht gerade deshalb ein sehr unbeliebtes Gefühl.

 

Die Schattenseite der Angst ist Lähmung. Körperlich, starr vor Angst sein, oder auch geistig (Prüfungsangst). So zeigt sich die Angst aber meistens nur, wenn wir sie wegdrängen wollen und in Widerstand gehen. Schauen wir ihr ins Gesicht, verliert sie schnell ihren Schrecken. Angst empfinden wir dann, wenn wir vor etwas Neuem, Unbekannten stehen.

 

Die Kraftseite der Angst führt uns zu unserer Kreativität und hilft uns, Lösungen zu finden, wenn wir noch keine kennen. Wir brauchen sie um Grenzen zu überschreiten und uns weiter-zuentwickeln. In gewissem Sinn weist sie uns auch unseren Herzensweg, der immer mit Entwicklung verbunden ist. Wenn du an etwas denkst, das du machen willst, und gleichzeitig große Freude und auch ein bisschen Angst fühlst, ist das mit hoher Wahrscheinlichkeit ein lohnender Weg.

Scham ist für mich ein verbindendes Gefühl von Angst, Wut und Trauer. Obwohl sie ein eigenständiges Gefühl ist, ist ein bisschen von den anderen Gefühlen darin enthalten.

 

Die Schattenseite der Scham richtet sich gegen mich. So wie ich bin, darf ich nicht sein, so sollte es mich gar nicht geben. Das bekommen wir oft als Kinder vermittelt, wenn wir nicht den Vorstellungen unserer Eltern entsprechen. Und das schmerzt.

 

Dabei ist die Kraftseite der Scham enorm hilfreich und wichtig, sie lädt uns ein zur Selbstreflexion. Die Schamkraft hilft mir, mich zu hinterfragen, wer und wie möchte ich sein? Sie hilft uns, uns zu entwickeln, zu wandeln und unsere Grenzen zu erweitern, aber auch unsere Schwächen zu erkennen und anzunehmen. "Möchte ich so sein, wie ich gerade bin?" Wenn es mir nicht gefällt, kann ich mich dafür lieben und bin dann frei etwas anderes zu wählen. Die Scham hilft uns, auch Demut zu entwickeln und, durch die Annahme ungeliebter Eigenschaften, wirklich ganz zu werden.

Freude ist das Gefühl, nach dem wir uns alle sehnen. Freude lässt uns strahlen, lieben und das Leben genießen. Freude ist das, was uns wirklich ausmacht. Echte Freude führt uns zu innerem Frieden und hilft uns, unseren Platz im Leben zu finden und einzunehmen.


Die Kraftseite der Freude gibt uns Energie und führt uns zu einem erfüllten und dankbaren Leben.

 

Die Schattenseite der Freude ist die Illusion. Wenn wir die (scheinbare) Freude wie rosa Zuckerguss über Dinge, die nicht stimmig sind, die wir aber nicht anschauen wollen, legen, dann verliert sie ihre Kraft, wird schal und stumpft ab. Mit der Zeit wird das Leben immer oberflächlicher und freudloser.

 

Wahre Freude ist immer lebendig und pulsierend, und sehr oft kommt sie Hand in Hand mit der Dankbarkeit.

Mit diesem Überblick über unsere Gefühle, möchte ich dir ein Werkzeug an die Hand geben, das es dir erleichtert, auch die "negativen" Gefühle willkommen zu heißen, mit ihnen zu sein und ihre transformierende Kraftseite für dich zu nutzen.


Was ist jetzt der Unterschied zwischen Gefühlen und Emotionen?

 

Gefühle kommen und gehen mit dem momentanen Erleben, zeigen uns, ob wir uns mit dem, was gerade geschieht, wohl-fühlen oder nicht. Wir fühlen sie im Körper als Weite, Enge, Druck, usw.

 

Emotionen sind verdrängte Gefühle, die nicht zu Ende gefühlt wurden. Zu dem Zeitpunkt, wo sie entstanden sind, waren wir nicht in der Lage, sie in vollem Umfang zu fühlen, deshalb wurden sie "zwischengelagert" und meistens vergessen. Sie sind aber in unserem System wirksam und ziehen immer wieder Situationen in unser Leben, die sie an die Oberfläche in unser Bewusstsein bringen, um endlich zu Ende gefühlt zu werden.

 

Wenn du in einer Situation heftiger reagierst, als es ange-messen wäre, zeigt sich ziemlich sicher eine verdrängte Emotion, die jetzt erlöst werden möchte. Oder du bist in der Freude, und auf einmal kommt ohne äußeren Anlass ein Schwall von Traurigkeit in dir hoch. Dann will sich dein System von dieser Emotion befreien. Du brauchst nichts besonderes tun, einfach die Emotion dasein lassen und zu Ende fühlen.

 

Wegen der intensiven Schwingungserhöhung in der letzten Zeit, drängen jetzt viele "Altlasten" ans Licht, um endlich gese-hen und erlöst zu werden.

Die aktuellen Gefühle sind wie Wegweiser, die uns helfen, durch das Leben zu navigieren. Sie sind sehr nützlich, und es ist hilfreich, sich mit ihrer Kraftseite zu verbinden und bei Bedarf in die Handlung zu gehen.

 

Alte Emotionen haben keine aktuelle Information, daher reicht es, sie zu fühlen und gehen zu lassen. Da ist es einfach wichtig, sich den nötigen Raum dafür zu nehmen und mit der Emotion zu sein, bis sie zu Ende gefühlt ist. Mit etwas Übung wird es leichter, das Eine vom Anderen zu unterscheiden.

Bei lange verdrängten, intensiven Emotionen kann es hilfreich sein, wenn ein anderer Mensch mit Erfahrung den Raum hält und die Entladung liebevoll begleitet. Ich bin gerne für dich da, wenn du Unterstützung brauchst.

 

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