Liebe dich dafür!

In den letzten Wochen habe ich mich ziemlich genau beobachtet, was ich so denke, sage und tue den ganzen Tag lang.

 

Mir fiel auf, dass ich mich selbst sehr häufig kritisiere, wenn mein tatsächliches Verhalten von dem Idealverhaltens-muster, das in meinem Kopf abgespeichert ist, abweicht. Da stellt sich natürlich die Frage, woher diese Beurteilung kommt und warum ich glaube, anders oder "besser" reagieren zu können, als ich es tue.

 

Vielleicht kennst du das, wenn du hinterher, nachdem eine Situation vorbei ist, dir Gedanken darüber machst, dass du vielleicht nicht freundlich genug, hilfsbereit genug, tolerant genug usw. gewesen bist.
Und schon bist du weg, raus aus dem Hier und Jetzt, nur mehr im Kopf, wo du dir dann alle möglichen Szenarien ausmalst, wie du "es" hättest besser machen können. Dabei versäumst du dann eine ganze Weile den jetzigen Moment, mit all seinen neuen Chancen und Möglichkeiten.

 

Es ist schon interessant, welche Spielchen der Verstand mit uns spielt :-).

Mein erster Tipp heute für dich:

Wenn du dich dabei beobachtest, dass du wieder einmal im Verstand festhängst, dann ist es sehr hilfreich, mit der Wahrnehmung wieder in den Körper zurückzukehren - und zwar ohne dich dafür zu verurteilen. Spüre deine Füße, spüre deine Hände, nimm deinen Körper wahr, fühle deinen Atem und sei einfach wieder "anwesend". Keine inneren Vorwürfe, keine Kritik ... LIEBE DICH DAFÜR! Liebe dich dafür, dass du schon wieder abgedriftet bist und freue dich darüber, dass es dir aufgefallen ist!

 

Genau darum geht es heute. Liebe dich für alle Sachen, die du denkst, sagst und tust, für die du dich "normalerweise" (das ist aber nicht normal) kritisieren würdest. Liebe dich dafür, wenn du ärgerlich, ungeduldig, gereizt, faul, unfreundlich bist. Und zwar nicht nur OBWOHL du so bist, sondern DAFÜR dass du so bist.

Warum bist du so?
Es gibt nur zwei Grundemotionen, das sind Liebe und Angst - alle anderen Emotionen sind Unterformen dieser zwei Grundemotionen.

Zorn, Ärger, Ungeduld usw. können eindeutig der Grundemotion Angst zugeordnet werden, während Dankbarkeit, Freude, Friede etc. der Liebe entspringen.

 

Jetzt stell dir vor, in dir gibt es eine "Instanz", die Angst hat. Du kannst sie "Inneres Kind" nennen oder "Seelenanteil" oder wie immer du magst. Die Bezeichnung dafür ist nicht wichtig. Wichtig ist zu verstehen, dass dieser Teil von dir Angst hat, dass er sich fürchtet, sonst würdest du anders reagieren. Wenn du immer in der Liebe sein könntest, würdest du nur mit Liebe auf alles, was dir begegnet, reagieren - ganz egal wie sich dein Gegenüber zeigt.


Und jetzt überlege bitte einmal: Was, meinst du, braucht dieser Teil in dir, der Angst hat? Braucht er Kritik und Ablehnung? Oder braucht er Liebe und Verständnis, damit er wieder heil werden kann?

Jeder tut immer sein Bestes. Wenn du könntest, würdest du dich anders verhalten, aber du kannst nicht, weil dieser Teil von dir Angst hat, wovor auch immer. Also liebe dich dafür, dass du so bist, so denkst, so handelst, wie du es eben machst.

 

Zugegeben, das ist nicht immer leicht. Leicht ist es für das Herz, das sowieso nur lieben will, aber der Verstand kann sehr hartnäckig sein, wenn es ums Verurteilen und Kritisieren geht. Vielleicht sagt er: "Du spinnst doch! Du kannst dich doch nicht dafür lieben, dass du schon wieder ausgerastet bist!".

 

Stimmt, wenn du solche Gedanken hast, dann geht es nicht. Dann kommst du dir wie ein Lügner vor und kannst die Liebe einfach nicht fühlen. Erzwingen kannst du sowieso nichts, aber du kannst den Verstand austricksen, indem du ihm scheinbar recht gibst!

 

Du sagst oder denkst einfach: " Ja, dafür dass ich so ......... bin (oder das gesagt bzw. jenes getan habe), dafür kann ich mich einfach nicht lieben. Aber ich liebe mich dafür, dass ich mich nicht lieben kann!". Dagegen hat dein Verstand kein Argument und fürs Erste mal Pause. Und dann fühle die Liebe, die auf einmal zu fließen beginnt. Spüre die Weite und Ausdehnung in deinem Brustraum, vielleicht ein sanftes Kribbeln oder wohlige Wärme, die sich ausbreitet.

Genieße es und bleibe in diesem Gefühl, solange es dir möglich ist. Darum geht es im Endeffekt, dass du Liebe fühlst. Es ist nicht wichtig, WAS du liebst, sondern DASS du liebst. Es geht darum, mit der Liebe, die immer da ist, in Berührung zu kommen und diese wieder zum Fließen zu bringen.

 

Wo Liebe ist, kann Angst nicht dauerhaft bestehen bleiben. Liebe heilt und transformiert diese Teile in dir, die ängstlich sind, die vielleicht aufgrund von schlechten Erfahrungen in der Angst verharren. Wenn du diese Teile von dir fühlst und gleichzeitig Liebe fühlst, wird sie die hohe Schwingung der Liebe transformieren und in die Heilung bringen.

 

Vielleicht musst du es ein paarmal machen, aber mit jeder Wiederholung wirst du freier werden und immer mehr mit dir selbst und anderen in Frieden sein können.

Mein Tipp:

Versuche einen ganzen Tag lang, dich für alles zu lieben, wofür du dich bisher kritisiert hast. Wenn sich dein Verstand aufpudelt (wichtig macht), liebe ihn dafür und, vor allem, hab Spaß dabei! Ich habe schon nach kurzer Zeit über so viele Dinge gelacht, die mir vorher sehr ernst oder bedenklich vorkamen.

 

Mir fiel auf einmal so vieles ein, das auch geliebt werden wollte, und es fühlte sich so gut an, diesen vormals abgelehnten und weggedrängten Teilen von mir mit Liebe zu begegnen. Ich liebte mich für meine Ungeduld, meine Vergesslichkeit, meine Nörgelei, meine Unachtsamkeit und vieles mehr. Und mit jedem Teil, den ich lieben konnte, fühlte ich immer mehr Liebe. Es war so befreiend und wieder einmal ein wichtiger und wertvoller Perspektivenwechsel.

 

Vieles in unserer scheinbaren Realität kann sich verändern, wenn man nur tief genug schaut und bereit ist, sich auf eine neue Sichtweise und somit auf eine neue Erfahrung einzulassen. Probier es aus und du wirst sehen!

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